Fotos: Blick auf Spanish Arch in Galway, Lollypop in Renmore, Irish Dancing mit Josep aus Spain
Glaubt man den Internetquellen, war es der Engländer Charles Dickens, der die "Lutscher" in die Literatur eingeführt hat. Es sollen die Straßenverkäufer seiner Zeit gewesen sein, die der Süßigkeit am Stiel diesen Namen gegen haben. Der Name "Lolly Pop" wurde durch eine amerikanische Firma vor etwa 70 Jahren patentiert und in Deutschland, glaubt man einigen Auskünften hier, gäbe es die schönsten und buntesten Leck- Exemplare. (Ich erinnere mich eher an die polnischen runden, übersüßen und riesengroßen Lutscher.)
In Irland allerdings gibt es eine ganz besondere Spezie mit diesem Namen. Sie steht jeden Morgen und Nachmittag und bei jedem Wetter an den gefährlichsten Punkten der Hauptverkehrsstraßen, stoppt die Autos, wenn sich die Schüler nähern und geleitet sie über die Straße. Diese "Verkehrslotsen" sind meist Eltern oder Großeltern, die von der Kommune ein kleines Entgeld für ihre Arbeit bekommen. Die runde Kelle in ihrer Hand gab ihnen den Namen. Das hat mir die zweifache Mutter erzählt, mit der ich im feinen Nieselregen ein wenig plauderte.
So ein Tag, an dem es oft oder ununterbrochen so fein nieselt, dass du erst danach merkst, wie nass du bist, ist ein "soft day". In seinem Lied vom "Galway Girl" erzählt der Sänger, dass er an diesem Tag ein besonderes Mädchen traf. Die Geschichte bleibt ohne Happyend, aber seitdem ich in der "singing class" diesen Song gesungen habe, verstehe ich, was sich hinter einem "weichen Tag" verbirgt. Wer den Song mal hören möchte, kopiere sich den folgenden Link(Lautsprecher nicht vergessen anzuschalten) oder warte, bis wir ihn gemeinsam trällern. Dieses Lied gehört jedenfalls zu den Lieblingssongs von uns Studenten.
http://www.youtube.com/watch?v=_7-PM_4aeE4
Schon vor meiner Reise hierher habe ich bei U2 mitgesummt, hier hörst du diese Gruppe überall, wie natürlich auch Sinéa O´Connor, Van Morrison, Enya, Elvis Costello, James Galway, The Cranbarries oder The Dubliners. Vor knapp einem Monat hat nicht nur die irische Musikszene getrauert: Ronny Drew, "der Mann mit der Reibeisenstimme" und Gründer der auch bei uns bekannten Gruppe ist nach seiner schweren Krebserkrankung gestorben. Desto mehr werden nicht nur seine Pubsongs hier gepfiffen, gesungen, gesummt und gespielt. Manchmal tanzt man auch dabei den irischen Tanz Céilí, so man es etwas gelernt hat.Gut, dass wir hier Unterricht nehmen können! Danke an meinen Compi Jürgen, der mir im Wissen um meine Reise eine Cd der Dubliners zur Einstimmung geschenkt hatte.
Für mich ist heute Halbzeit in Irland- 6 Wochen bin ich nun hier und kann mich an Land und Leuten immer noch nicht satt sehen. Deshalb werden wir morgen ein Auto mieten- es ist Zeit, das Linksfahren auszuprobieren und auch einmal von den Hauptstraßen abzuweichen. Allen anderen, die am Wochenende irgendwohin unterwegs sein werden wünsche ich auch: Turas math sàbhailte dhut!- Have a good trip- Gute Fahrt!
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