Freitag, 22. August 2008

Everybody should see this film










Fotos: Galway-Bucht in Renmore heute Abend

Abendzeit- Kinozeit. Einmal in der Woche gönne ich mir, entweder im Kino, im Filmraum der Schule oder am Laptop einen Film. Es ist eine Bereicherung, die Filme ohne jegliche Übersetzung anzugucken und die Originalstimmen der Schauspieler zu hören. Gleichzeitig bekommst du eine große Hochachtung vor der Leistung der deutschen Schauspieler, die den irischen oder anderen Kollegen bzw. Trickfilmfiguren ihre Stimme leihen. (Besonders liebe Grüße an Jana und Stefan)

Die zweite Bereicherung sind die irischen Filme selbst. Ich muss doch mit Scheuklappen durch die Kinowelt gestolpert sein, um solche großartigen Filme wie „Nora“ oder „The field“ (Das Feld) zu übersehen! Abhängig von der jeweiligen Stimmung, in der man sich befindet, ist jeder dieser Filme ein Meisterwerk für sich. Deshalb meine Tipps , auf denen überall stehen könnte: "Diesen Film sollte jeder sehen."

- Wer so richtig schmunzeln und den ganz speziellen irischen Humor erleben möchte, der hole sich unbedingt „Lang lebe Ned Devine“ aus der Videothek. Da knackt in einem kleinen irischen Dorf einer den Lotto- Jackpot und stirbt daran vor Freude. Und was danach passiert... Wir haben oft lauthals gelacht.
- Wer in schwere Zeiten der irischen Geschichte zurückblättern mag, der leihe sich „Die Asche meiner Mutter“ aus. Erzählt wird eine wahre Geschichte aus der Zeit, als tausende Iren ihr Land verließen, um in Amerika ihr Glück zu suchen und es doch nicht immer fanden. Starke Bilder aus dem Irland am Beginn des letzten Jahrhunderts.
- Wer nachempfinden möchte, wie es unzähligen jungen Frauen, die ein uneheliches Kind hatten oder vergewaltigt wurden, noch in den Sechzigern ging, der möge „Die unbarmherzigen Schwestern“ anschauen. Geschichtsaufarbeitung pur. Dieser Film ist erst wenige Jahre alt und wurde in Venedig unter großem Protest der katholischen Kirche ausgezeichnet. Beeindruckend!
- Und wer sich bei einem zauberhaften kleinen, unscheinbaren und dabei besonderen Musikfilm entspannen will, der halte nach „Once“ Ausschau. Dublin heute- eine irische Liebesgeschichte und doch viel mehr.

Die Kinos hier sind gut besucht. Das liegt sicherlich nicht nur an den guten irischen Filmen, sondern an der Masse der Studenten, die Galway bevölkern bzw. an deren derzeitigem unirischen Lieblingsfilm „Mamma Mia“. Übrigens: 2005 wurde beschlossen, dass Irlands Kinos ihre Filme in Zukunft flächendeckend per Satellit herunterladen und digital projizieren sollen. Dafür wurden in den vergangenen Monaten schon Millionen Euro investiert. Ob es dabei wirklich nur um eine bessere Qualität des „Filmmaterials“ geht, wage ich zu bezweifeln.
Wie auch immer: Schaut unbedingt nach einem der genannten Filme aus- es lohnt sich!
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Donnerstag, 21. August 2008

Renmore and more











Der Himmel über Renmore strahlte heute und die Wolken über der Bucht "schwammen" ruhig dahin. Wie habe ich die Wärme auf der Haut genossen, als ich dort war und dort für den morgigen Test lernte. Ebbe und Flut direkt, mit den Füßen im warmen Wasser, zu erleben, ist etwas Besonderes.

Renmore, der Stadtteil, in dem ich lebe, liegt südlich von Stadtzentrum. Wenn ich laufe, brauche ich zur Schule etwa 35 Minuten. Mit dem Bus geht es schneller (und ist es trockener*s*). Es ist ein recht dicht besiedelter grüner Stadtbezirk Galways, der ein wenig an die Vororte oder Randbezirke Berlins mit ihren Reihen- und Einfamilienhäusern erinnert. Fast überall duftet es nach frisch Gemähtem, denn die Renmorer nutzten den trockenen Sommertag zum Mähen ihrer meist kleinen Rasenflächen vor oder hinterm Haus. Die öffentlichen Flächen werden fast jede Woche gemäht und deren Blumenhügel liebevoll gepflegt, sie sehen aus „wie geleckt“. Ein mittelgroßes Krankenhaus, kleine Geschäfte, drei Schulen (eine davon Mädchen und Jungs gemischt), zwei Kirchen, Sportplätze und Fitnesscenter, viele Freiflächen, Ferienunterkünfte und zum Verkauf stehende Einfamilienhäuser prägen das Bild dieses grünen Stadtteils direkt an der Galwaybucht. Fährst du mit dem Zug von Galway nach Dublin, überquerst du die Hauptstraße Renmore´s und hast einen wunderschönen Blick auf die Bucht einerseits und die unzähligen grauen Dächer mit ihren vielen Schornsteinen, die sich hinter oder unter grünen Bäumen verstecken, andererseits. Natürlich hat Renmore einen eigenen Hurling- Club, auf den die Bewohner viel stolzer sind, als auf den Adler, das Symbol des Soccerclubs.

Interessant in Renmore sind vielleicht noch die Kasernen, zumindest von außen gesehen. Galway war schon immer ein Militärstützpunkt, besonders für die Britten und die 1880 hier erbaute kleine Festung belegt das. Seit 1924 ist sie der Hauptstützpunkt von An Céad Kath, des einzige irisch sprechenden Batallions der irischen Armee. In Irland gibt es keine Wehrpflicht und die etwa 11.000 Männer und Frauen in der Armee sind Berufssoldaten.(0,9% des BSP sind fürs Militär. Deutschland:1,5%) Auch wenn Irland neutral ist, keinem Bündnis zugehörig, ist es doch eng mit der NATO verbunden. Aber wirklich wichtig ist das für die hiesigen Bewohner nicht. Das müssen schon andere Fakten her, z.B. diese:

2005 meldete die Presse, dass der irischer Auswanderer Pat Gibson, der acht Jahre lang in Renmore wohnte und jetzt mit seiner Familie in Lancashire (USA) lebt, den Hauptpreis in „Wer wird Millionär“ gewonnen hat. Und Davis Collins, einer der bekanntesten Hurler, wuchs ebenfalls hier auf. Was denn Hurling ist? Das schnellste Spiel der Welt- aber dies ist schon wieder eine andere Geschichte, obwohl sie in Renmore begann.

Auf den Fotos: "Straßenschild", Hauptstaße in Richtung Meeresbucht, Blick bei Ebbe zurück, meine Straße
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Montag, 18. August 2008

Every cloud has a silver lining










Wenn einem Iren oder mir einmal der Gesprächsstoff ausgehen sollte (Was schier unmöglich ist), dann bleibt immer noch das Thema Wetter. Das öffentlich- rechtlichen Fernsehen RTE sagte für heute kaltes Wetter mit viel Regen voraus. Wenn die spanischen Mädels das hören, frieren sie schon bei der Ansage und sehnen sich zurück in ihr warmes Madrid oder Barcelona. Heute haben sie diese Sehnsucht nicht ausleben können, denn gegen Mittag blickte halb Galway ungläubig zur bis dahin dichten Wolkendecke- sie riss auf. Was machte da der kurze kräftige Sommerregen aus, der plötzlich losbrach?
Eigentlich regnet es hier jeden Tag, statistisch gesehen "nur" 27 Tage im Monat. Mal nieselt es, mal gibt es einen Guss wie heute und ein anderes Mal wieder gibt es solche Schauer, dass du deine Nase nur noch in Bücher oder in den Duft einer Tasse Tee stecken kannst. Die serviert Delia dann besonders gerne. Die Iren trinken literweise Tee, weit über 2700g pro Kopf pro Jahr (Deutschland: 250 g) und der irische ist sehr aromatisch und wärmt durch.
Andrea und ich haben am Nachmittag jedoch Kaffee bevorzugt, in einem kleinen Cafè sitzend, einem Busker zuhörend und das Gesicht in die Sonne haltend. Wer weiß, dachten wir, wie lange dieser Zauber anhält. Durch den warmen Golfstrom und die Südwestwinde ist das Klima hier insgesamt recht mild und übers ganze Land gleichermaßen verteilt: Im Sommer wird es nie viel wärmer als 20- 23 Grad, im Winter geht es kaum unter - 1 Grad. Und es regnet viel. Welches Glück, denn sonst gäbe es die im wahrsten Sinne "immer-grüne Insel" nicht.
Manchmal allerdings ist der Sommer besonders nass, wie in diesem Jahr. In Dublin sind viele Straßen überflutet und die dort lebenden Menschen haben viel von ihrem Hab und Gut an den Schlamm verloren, der beim Wasserrückgang bleibt. Im County Galway haben viele Farmer eine Missernte, weil Wiesen und Felder permanent unter Wasser stehen. Das erzählte mir gestern ein Bauer, der seine Tochter in Galway besuchte. Trösten konnte ich ihn nicht, aber wir waren uns einig: Every cloud has a silver lining.- Immer gibt es einen Silberstreif am Horizont, ein Stück Hoffnung, auch das Wetter betreffend und nicht allem im Fernsehen Gezeigten muss man glauben, vor allem nicht dem weather report.
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Sonntag, 17. August 2008

Bingo in der Kirche

Die älteste Kirche von Galway ist eine protestantische. Die Protestanten sind hier in der Diaspora und deshalb verwundert es nicht, dass nur knapp 100 von ihnen den heutigen Gottesdienst feierten. Gut, dass es beim Einlass für alle ein Faltblatt mit den Liedern oder Gebeten gibt, so waren die Abläufe im Gottesdienst auch für mich vertsändlich. Die Lieder sind durch ihre einfachen Melodien leicht zu singen und bei "Now thank we all our God..." (EG 321) fühlte ich mich fast wie zu Hause.

Ansonsten ist der Katholizismus unglaublich präsent. Über 88 Prozent der Iren sind Katholiken und es scheint, als hätte jede große Straße ihre eigene Kirche. Dennoch verliert die Kirche hier an Einfluss, besonders bei der Jugend. Das liegt definitiv auch daran, dass es der katholischen (nicht nur der irischen)Kirche immer noch nicht gelingt, lebensnah zu sein. Bis vor 15 Jahren wurde in Irland die Homosexualität strafrechtlich geahndet und außerehelich geborene Kinder gelten in ländlichen Gegenden noch heute als Schandfleck, Scheidungen sind erst seit 10 Jahren erlaubt. Das strikte Abtreibungsverbot führt dazu, dass jährlich tausende von Frauen deshalb nach England fahren und viele von ihnen fordern zumindest eine Liberalisierung der Gesetze. Man erahnt, wie zähflüssig gesellschaftliche Veränderungen hier sind. Übrigens: Die Masse der Grundschulen- oft noch getrennt nach Mädchen-und Jungenschule- untersteht in Irland der Kirche, wird von ihr und dem Staat finanziert.

Bleibt noch die Sache mit der Kirchensteuer. Die gibt es bei den irischen Katholiken nämlich nicht. Zum Entsetzen der protestantischen Kollegen führte deren Klerus in den 60er Jahren das Bingospiel in den Kirchenräumen ein, dessen Gewinn dann in die Kassen fließt: Kirchliche Bingohallen gibt es überall in Irland. Der Journalist Sotschek schreibt in seinem Buch über eine dieser Hallen:"Dort wird dienstags gespielt. Nach der Abendmesse strömt die Gemeinde aus der Kirche, doch während die Männer zügig den nächsten Pub ansteuern, gehen die Frauen über den Hof der Kirche, überqueren eine kleine Gasse und verschwinden hinter einer Eisentür in der Gemeindehalle... Der große Saal ist immer gut gefüllt..."

Nach dem heutigen protestantischen Gottesdienst allerdings wurde noch zu Kaffee, Tee und einem Plausch eingeladen. Das war mir viel lieber und vertrauter, als zum Bingo zu gehen.

PS. Ich bin danach mit meiner neuen Mitbewohnerin Eliana aus Madrid noch ein bisschen umhergeschlendert, bis in den nächsten PUB. Das Bier war köstlich!
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Samstag, 16. August 2008

It´s raining cats and dogs- Unterwegs (2)






Einst lebte hier die Königin Maeve. Sie wurde durch verschiedene Taten legendär und ist fester Bestandteil der irischen Mythologie. Auf alle Fälle hatte sie einen unersättlichen Appetit auf Sex und stillte ihren Appetit darauf mit mehr als 30 (!) Männern am Tag. Zudem ermordete sie ihre schwangere Schwester (Das Baby überlebte und erhängte Maeve später aus Rache für den Muttermord). Aber sie muss ja auch gute Seiten gehabt haben, sonst gäbe es für sie ja nicht etliche Denkmäler, oder? Einer ihrer Ehemänner jedenfalls war Conmac (Sohn des Hundes) und dessen Nachkommen, Conmhaicne Mara, gaben einer ganz besonderen Landschaft hier im Westen ihren Namen: Connemara.

Endlose Heide-und Moorgebiete, Berge und Wasserfälle, ein Fjord und Seen, kleine Städtchen und Dörfer am Rande des Atlantiks prägen das Bild und hätte es ab Mittag nicht wieder Dauerregen gegeben, hätte auch die Besichtigung von Kyllemore Abbey und Ross Errilly Friary ein noch spannendes Erlebnis werden können.
Trotzdem war der Tagesausflug dorthin mehr als lohnenswert, denn ich konnte mich am endlosen Grün der Insel und an derUrwüchsigkeit dieser Gegend nicht satt sehen. Und wenn dann noch der unglaublichste Busdriver, den ich je erleben durfte, mit uns sang, Witze machte und vor allem spannende Erzählungen mit Soundeffekten zum Besten gab, aus der irischen Geschichte plauderte oder irische Harfenmusik einlegte und mir ein angenehmer Begleiter zur Seite stand (Heute war es Andrea aus Italien), dann wird so ein nasser Tag in dem kargen und mich an Norwegen erinnernden Landsrich, zu einem, der in Erinnerung bleibt und zum Wiederkommen einlädt. Vielleicht, wenn es mal keine Katzen und Hunde regnet.

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Freitag, 15. August 2008

I´m singin´ in the sun - Buskers











Woher sie auch kommen, sie sind einfach da, sobald der Regen einmal eine Pause macht. Dann packen sie ihre Instrumente oder Utensilien aus, setzen oder stellen sich möglichst auf eine sonnige Stelle in der Fußgängerzone und beginnen mit ihrem Spiel. Eigentlich brauchen die Buskers, ob Instrumentalist, Jongleur, Puppenspieler oder Sänger, eine Genehmigung. Eigentlich...

Jokin aus meiner Klasse hat das „busking“ letzte Woche mal ohne solche Erlaubnis ausprobiert, hat dort Gitarre gespielt und gesungen. Die Menschen, die shoppen, die Pubs bewundern bzw. nachts erheitert aus ihnen herausfinden oder einfach nur so vor sich hinschlendern, sind sehr freigiebig. In allen Geigenkästen, Hüten oder Gitarrenhüllen klimpert das Kleingeld. Jokin hatte nach einer Stunde immerhin das Geld für ein warmes Essen und ein Bier zusammen- 20 Euro. (Bei meinem ersten Spaziergang durch die Shopping-Meile war das Kleingeld schon in der Hälfte des Weges alle.*s*)
Natürlich kennen viele von uns die Straßenmusikanten, die in aller Herren Länder vor allem die Touristen begeistern. Sie haben inzwischen sogar ihr eigenes Festival. Aber so viele wie hier in Galway habe ich noch nirgendwo erlebt. Übrigens:
Das Wort „Busking“ wurde das erste Mal vor etwa 150 Jahren in England benutzt, abgeleitet aus dem spanischen „buscar“, was da übersetzt heißt: „suchen“, denn irgendwie sind die Buskers ja auf der Suche nach etwas Glück und vielleicht Berühmtheit.
Die ersten Busker, an die ich mich aus meiner Kinderzeit erinnere, waren wohl die Leierkastenmänner und der mir bekannteste Busker war Bon Jovi, der sogar auf dem Roten Platz gespielt haben soll… Mit der Berühmtheit hat er geschafft, ob es bei ihm mit dem Glück auch so ist...?

Wie auch immer: Galway ist auch durch die Busker eine ganz besondere Stadt und ich wünsche mir ganz bald einen regenfreien Tag, damit es auf meiner Lieblingsstraße hier wieder klingt und singt.
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Mittwoch, 13. August 2008

Seanchai- Storytellers










Wenn wieder so ein endlos langer Regenabend wie der heutige ansteht, dann gibt es eine Chance, dem Grau zu entfliehen: Man träumt sich in die bunte Welt der Feen, Meerjungfrauen, Gnome (und Betrunkenen), lauscht den Geschichten über sie bei einem gut gekühlten Bier. Die meisten von ihnen entstanden, als die Menschen in sehr großer Armut lebten und fest davon überzeugt waren, dass es da Wesen gäbe, die so Manches in ihrem Leben lenken würden.

Die Kunst des Storytellers besteht darin, eine Geschichte, erzählt er sie ein zweites oder drittes Mal, so abzuwandeln, dass sie dem Zuhörer wie eine Neuentdeckung vorkommt. (Ich habe es überprüft, es gelingt. 20.08.2008) Bei "Once upon the time.." oder "More than 100 years ago..." wird es still im kleinen und mit Kerzen geschmückten Raum der Cottagebar in Salt Hill und an die 50 Erwachsenen lauschen verzückt der Irin und dem Schotten vor dem Kamin. Das heißt: Sie schauen ihnen zu, denn deren ganze Körper arbeitet und die Sprache der Gesichter macht das Berichtete endgültig lebendig. Aus allen Geschichten spricht die Weisheit eines ganzen Volkes und spätestens beim dritten Pint beginnt der Zuhörer, die Stories mitzuerleben und (fast) zu glauben. Wir haben immer wieder laut gelacht, denn die Stories werden mit mit Humor vorgetragen, gekonnt pointiert! Welch ein Erlebnis!

Im Sommer vor einem Jahr hat eine amerikanische Universität einem der besten englischen Storytellers eine Honorarprofessur verliehen. Er vermittelt den Studenten die Kunst, alte und manchmal schon in Vergessenheit geratene Geschichten nicht nur auszugraben, sondern wieder lebendig werden zu lassen. Nicht in schriftlicher Form, sondern eben durch die alte Tradition des Erzählens. Nun kommt er sogar regelmäßig nach Berlin, um Studenten diese Kunst zu vermitteln. Wäre ich an der UdK, würde ich bei ihm unbedingt Kurse belegen. Ich habe gelesen, dass die UdK Weiterbildungskurse für Lehrer anbietet, um sich zu professionellen Erzählern oder Senechais, wie es auf irisch heißt, ausbilden zu lassen. Der geneigte Leser dieser Site weiß somit um eine neue Idee in meinem Kopf.

Und wenn es in Berlin im November so rchtig unangenehm draußen ist, wie jetzt hier, dann erzähle ich euch, wenn ihr denn wollt, eine dieser Geschichten, die einem hier auf Tritt und Schritt begegnen. (Sogar die Gebrüder Grimm haben viele von ihnen aufgeschrieben.)
Also: Fühlt euch schon jetzt eingeladen.
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